Letzter Heimspieltag voller Emotionen

27 April, 2026

M1 RL TV Offenbach – HC St. Ingbert-Hassel 30:31 (14:17)
Mit 30:31 (14:17) verliert der TV Offenbach am Samstagabend sein letztes Heimspiel in der Regionalliga Südwest und verabschiedet sich nach einer langen und schwierigen Saison von seinen Fans. Er beweist nach miserablem Start Moral und beraubt sich am Ende selbst. Über einen Abend voller Emotionen.

„Ich bin schon froh, wenn es bald in eine kleine Handballpause geht“, sagte Offenbachs Co-Trainer und Sportlicher Leiter Alexander Schnetzer. Es war eine anstrengende Runde für alle, auch die Verantwortlichen hinter dem Team. „Dass es direkt im ersten Saisonspiel mit den schweren Verletzungen von Luca Metz und Mario Fuchs so los ging wie im Vorjahr und dann während der Saison selten besser wurde, hat uns die Planung durchweg erschwert“, erinnerte sich Schnetzer an Trainingswochen in Minimalbesetzung zurück. Nach dem Jahreswechsel holte der TVO Michael Übel als neuen alten Trainer zurück – in dem Wissen, dass es mit dem Klassenerhalt sehr eng werden könnte und man über Sommer hinaus Planungssicherheit wollte. Vor zwei Wochen gegen Saulheim gelang der erste Sieg seit Anfang Oktober, es waren die Punkte vier und fünf der Saison.
Gegen St. Ingbert-Hassel wollte der TVO weiter punkten, startete jedoch denkbar schlecht mit 4:12 (12.). Sieben technische Fehler in Halbzeit eins schienen dem Team früh die Siegchance zu rauben. Aber: Bis zum Pausenpfiff kämpfte sich der TVO zurück. Acht Minuten vor Schluss warf er das 26:28 (53.), Metz das 30:31 37 Sekunden vor dem Ende. Dann wurde es kurios: Ballgewinn TVO, Gegenstoß und Sirene. Auszeit TVO, obwohl Mario Fuchs auf halbrechter Position eine gute Chance zum Durchbruch hatte. „Eine Auszeit in Gislason-Manier“, ärgerte sich Trainer Übel. Ob mit Buzzer wie bei den Profis mehr Zeit geblieben wäre, oder Fuchs überhaupt getroffen hätte, bleiben ungeklärte Fragen. Zwei Sekunden waren es so noch, der TVO-Freiwurf verpuffte. 30:31, keine Punkte zum Abschied. „Das hätte sich die Mannschaft verdient für den großen Kampf, den sie geliefert hat“, so Übel. Er wird über das Saisonende hinaus mit der Mannschaft arbeiten. „Sie ist lernwillig, alle ziehen mit. Und mit den Neuen kommt viel Erfahrung zurück ins Team“, so Übel.
Ein Umbruch steht beim TVO an, jedoch mit altbekannten Gesichtern. Das Torwart-Duo aus dieser Saison, Maximilian Geiger und Thomas Jendrsczok, geht zu seinen vorherigen und aktuellen Vereinen zurück und wurde am Samstag gebührend verabschiedet. Mit Florian Pfaffmann und Felix Neubeck-Müller steht das ehemalige Übel-Gespann in den Startlöchern für die Mission Wiederaufstieg. Lukas Klein, Tino Gläßgen, Sebastian Wieland und Max Diener komplettieren das Sextett an Neuzugängen. Weiter wurden Markus Michel, Max Dotterweich und Christoph Kunz vor den 200 Zuschauern verabschiedet. Michel, der vier Tore ohne Fehlwurf beisteuerte, soll dem Verein in anderer Funktion erhalten bleiben, Dotterweich zieht es beruflich nach Berlin und Kunz wird seine verletzungsgeplagte Karriere beenden. „Auch wenn uns die Pause jetzt mal gut tut, habe ich gleichzeitig Lust auf die neue Runde“, blickt Schnetzer voraus. Der TVO will gleich wieder angreifen.
Der TVO: Jendrsczok (1), Geiger – Benz (7), Fuchs (5), Dotterweich, Michel (je 4), Metz, Mohra (je 3), Bader (3/2), Heichel, Seithel, Klein, Kunz, Luca Pabst, Linus Pabst.
(Daniel Meyer)

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