Dabei ging es gut los. Nach einem Rückstand war Offenbach im Spiel, Sebastian Mohra erzielte die 4:3-Führung (6.). Danach nahmen die Gäste das Heft in die Hand und zeigten sich sehr variabel im Spieltempo, konnten dieses stets an die Situation anpassen. Sie legten sich die Abwehr zurecht, warteten, bis sich eine passende Lücke ergab und erzielten fast alle Tore aus der Nahwurfzone vom Kreis oder dem Rückraum, den Offenbach viel zu nah an die Deckung kommen ließ. Im Tor konnte Neuzugang Max Geiger einem leidtun, stand ohne Unterstützung der Abwehr oft auf verlorenem Posten. Gingen die Gäste ins Zeitspiel oder die Lücke zum Kreisläufer war erkennbar, hatte Kastellauns Spielmacher Josip Grbavac eine Lösung parat. Beim 8:13 (24.) betrug der Rückstand erstmals fünf Tore, der sich fortan auch um diesen Dreh einpendelte. Bei Offenbach waren es die Außenpositionen, auf die man für Torerfolge angewiesen war. Der junge Noah Heichel erzielte zwei schöne Tore zum 10:14 (26.). Ansonsten hatten die Gäste in der Abwehr gegen den wenig wurfgewaltigen Rückraum, aus dem Andreas Benz zwischenzeitlich verletzt ausschied, leichtes Spiel. „Das ist ohne einen Philipp Mohra dann eben auch schwierig“, verwies Job auf seinen fehlenden Rückraumspieler, der sich in der letzten Saison die Patellasehne riss und weiter an seinem Comeback arbeitet.
Nach der Halbzeit, beim Pausenpfiff stand es 11:16, probierte Job viel, ordnete offensivere Deckungsvarianten an. „Wir haben dann halbwegs vernünftig gedeckt. Aber ja, was soll man gegen solche Spieler machen“, rätselte der Trainer. Es half nichts. Die Gäste, allen voran Spielmacher Josip Grbavac, hatten stets die passenden Antworten. Auch als die Deckung bis zur Mittellinie reichte, ihm fiel immer etwas ein, um seine Mitspieler in beste Wurfpositionen zu bringen. Dazu schwächte sich seine Mannschaft durch Undiszipliniertheiten selbst. Nico Bader erhielt nach einem Foul, in dem er den Gegner im Gesicht traf, nach 43 Minuten beim Stand von 15:23 die Rote Karte. Schon wenige Minuten vorher hatte er Glück, als er nach einem ähnlichen Vergehen lediglich eine Zeitstrafe hinnehmen musste. Gästetrainer Mirza Cehajic sah sich zu einer Auszeit veranlasst: „Offenbach hat mir da einen Tick zu hart gespielt. Ich wollte daher etwas die Luft rausnehmen um keine Verletzungen zu riskieren.“ Prompt erzielte Julian Mangold mit dem 15:25 die erste Zehn-Tore-Führung. Zwar kehrte Andreas Benz zwischenzeitlich wieder zurück, jedoch musste mit Kreisläufer Mario Fuchs ein weiterer Spieler verletzt ausscheiden.
Kastellaun ließ sich von nichts aus der Ruhe bringen, auch bei den verschiedenen Abwehrformationen. Allen voran Josip Grbavac, der immer Anspiele auf die achtfachen Torschützen Nikolas Friedrich und Julian Mangold, oder selbst den Abschluss, er markierte sieben Treffer, suchte. „Es war einfach Wahnsinn, was der gespielt hat. Da ist es eben auch schwer, dieses Team mit so einem Spieler zu verteidigen. Ich wüsste nicht wie“, zollte Job großen Respekt. Sie machten immer weiter, gewannen hochverdient mit 20:30.
Für Offenbach kam es weiter knüppeldick: Kurz vor Spielende verletzte sich auch noch der sechsfache Torschütze Luca Metz, der mit einem Wadenbeinbruch lange ausfallen wird. Für den Trainer waren die Verletzten der größte Wermutstropfen: „Das geht mir heute am meisten nach. Sicher müssen wir jetzt weiterarbeiten um mehr Sicherheit zu bekommen. Ansonsten war das heute einfach nicht unser Maßstab, wir müssen unsere Punkte woanders holen.“ Der Gästetrainer gab sich wenig überrascht: „Wir haben eine gute Mannschaft und weniger Verletzte als letztes Jahr. Wir wollen oben mitspielen.“
Der TVO: Geiger, Schwarzweller – Metz (6), Heichel, Mohra (je 4), Bader (3/1), Fuchs, Michel, Kunz (je 1), Seithel, Klein, Benz.
(Dennis Bachmann)












