Das Hinspiel hatte Kandel in eigener Halle souverän mit 36:28 für sich entschieden. Doch die Offenbacher hatten die Niederlage aus dem November 2024 aufgearbeitet und wollten im Heimspiel die Fehler aus der ersten Begegnung vermeiden. Von Beginn an entwickelte sich ein rasantes Spiel, in dem keine der beiden Mannschaften das Tempo drosselte. Den besseren Start erwischten die „jungen Wilden“ des TVO. Mit schnellen und klar strukturierten Angriffen setzten sie sich bis zum 10:6 ab. Danach kam es jedoch zu einem Bruch im Spiel, und Kandel konnte durch starke Einzelaktionen und flüssiges Passspiel auf 11:11 ausgleichen. Beim 14:15 übernahm Kandel erstmals die Führung. Der TVO zeigte jedoch Kampfgeist, erhöhte im Angriff das Tempo und ging mit einer 18:17-Führung in die Halbzeitpause. Auch in der zweiten Halbzeit ging das Torewerfen munter weiter – erneut mit dem besseren Start für den TVO. Dank schneller Angriffe setzte sich Offenbach auf 21:17 ab, vor allem Daniel Meyer lief in den ersten 35 Minuten heiß und erzielte 9 Tore von Linksaußen. Doch dann ließ die Chancenverwertung nach: Mehrfach wurden freie Gelegenheiten vor dem Kandeler Tor vergeben, und die Gäste holten Tor um Tor auf. Ab dem 26:26 (42.) entwickelte sich ein Duell auf Augenhöhe. Zwar lag der TVO weiterhin in Führung, doch Kandel glich immer wieder aus. Jan Dworak, der einen bärenstarken Tag erwischte, erzielte mit seinem letzten von sechs sicher verwandelten Siebenmetern seinen 13. Treffer – und brachte den TVO kurz vor Schluss mit zwei Toren in Führung. Die Überraschung schien zum Greifen nah! In einer Auszeit der Gäste gab der Trainer die Anweisung, ruhig zu bleiben: „Jungs, nicht hektisch den Ball wegwerfen – wir belohnen uns.“ Zunächst traf Kandel nach der Auszeit zum 37:36-Anschlusstreffer. Noch 24 Sekunden waren zu spielen, und Offenbach schloss zu hektisch selbst ab. Kandel nutzte wiederum die Gelegenheit, schaltete blitzschnell um und erzielte den Ausgleich zum 37:37. Mit nur noch 14 Sekunden auf der Uhr bekam Offenbach eine letzte Chance, doch erneut fand der Ball nicht den Weg ins Tor. Kandel hätte in den Schlusssekunden beinahe noch den Siegtreffer erzielt – zum Glück für den TVO blieb es beim Unentschieden. „Hätte mir vor dem Spiel jemand gesagt, dass wir einen Punkt holen, wäre ich nicht unglücklich gewesen“, resümierte Trainer Christian Thomas. „Aber nach diesem Spielverlauf fühlt es sich wie eine Niederlage an. Die Leistung macht Mut für die nächsten Spiele, doch an unserer Souveränität müssen wir arbeiten. Am Ende bleibt uns nur auch Kandel zum Punktgewinn zu gratulieren. Wie schon in der Vorrunde gegen Mutterstadt/Ruchheim bringen wir eine Führung nicht über die Zeit. Trotz allem Frust darüber müssen wir nächste Woche mit gleicher Energie ins Auswärtsspiel gehen, um Punkte mitzunehmen.“
Der TVO: Böhm, Swatek – Dworak (13/6), Meyer (9), Wagner (4), Frey (3), Heichel, Bentz (je 2), Roth, Pabst, Hilzendegen, Hugg (je 1), Wünschel, Chambon-Bergeron.
(Holger Bauer)