Erste verliert Spiel und Spielmacher

11 November, 2025

M1 RL TV Offenbach – HV Vallendar 24:32 (11:17)
Der TV Offenbach verliert in der Handball-Regionalliga Südwest mit 24:32 (11:17) gegen den Tabellenzweiten HV Vallendar und bleibt Vorletzter. Vor 200 Zuschauern hatten sie keine Chance.

Offensive Abwehrreihe mit viel Beinarbeit: TVO-Trainer Christian Job ist bekannt dafür, seine Mannschaft so spielen zu lassen. Wie entgegnen? Bringt der Gegner den siebten Feldspieler, ist Job gezwungen, seine Mannen in die Defensive zu beordern. Vallendars Trainer Veit Waldgenbach tat genau dies. „Wir haben uns dafür entschieden, um dieses Kamikaze-Abwehrspiel zu unterbinden und unser eigenes Angriffsspiel aufziehen zu können“, so der Trainer. Job missfällt dieses taktische Stilmittel seit Langem: „Wir können ja auch nichts dazu, dass irgend so ein Superheld das erfunden hat. Diese Regelung ist das allerletzte, weil es vieles kaputt macht, was in der Jugend gelehrt wird und den Handball auch ein Stück weit ausmacht. Mal ins Eins-gegen-eins gehen, technisch versierte Spieler lieben das. Das wird damit völlig über den Haufen geworfen. Wenn es die Regel hergibt, ist es natürlich legitim sowas anzuwenden, müssen wir es dann zwangsläufig ja auch. Aber meine Meinung dazu ist eindeutig.“
Im Angriff fand seine Mannschaft zunächst wenig Mittel gegen die kompakte Deckung. Erst nach sieben Minuten konnte Andreas Benz das erste Tor zum 1:3 erzielen. Offenbach machte zu viele technische Fehler, während Vallendar äußerst ballsicher agierte. Sie spielten ihre Angriffe lange aus, ohne dabei ins Zeitspiel zu laufen. Sahen sie eine Lücke, ging es schnell. Zwei, drei Pässe, Tor. 4:9 nach 16 Minuten. Es hätte leicht höher ausfallen können, wäre Torwart Max Geiger nicht mehrmals zur Stelle gewesen. Da mit Mario Fuchs und Felix Klein beide etatmäßigen Kreisläufer fehlten, übernahm Philipp Mohra zeitweise. „Das habe ich früher ein paar Mal in der zweiten Welle gespielt, ansonsten nur im Training“, erinnert sich der eigentliche Rückraumspieler. Sein Team hielt den Rückstand bis zum 8:11 durch Benz nach 23 Minuten im Rahmen, bevor Vallendar die Schlagzahl erhöhte und bis zur Pause auf 11:17 davonzog. Deren Torhüter hatte in der ersten Hälfte lediglich eine Parade zu verzeichnen, da viele Würfe daneben gingen oder durch technische Fehler gar nicht erst Richtung Tor kamen.
Nach der Pause war Vallendar lange nicht mehr so ballsicher. Profit schlagen konnten die Gastgeber daraus nicht. Im Gegenteil. Der Rückstand hielt sich bis zur 38. Minute. Philipp Mohra erzielte das 16:22, aus dem in zehn Minuten ein 17:29 wurde. Job nahm bereits nach 44 Minuten die letzte Auszeit, die Gegentore fielen viel zu einfach. Phasenweise kam nur wenig geregeltes Aufbauspiel zusammen, da sich Vallendar dem Gegner anpasste. „Bei dem Vorsprung kann man schon mal die Spannung verlieren. Das stimmt mich zwar nicht zufrieden, aber wer schon mal Handball gespielt hat, kann das nachempfinden“, so Waldgenbach. Christian Job, für sein impulsives Coaching bekannt, zeigte sich etwas ruhiger als sonst. „Wir haben es ja generell nicht schlecht gemacht. Es ging heute nur darum, eine gewisse Sicherheit für die anstehenden Spiele zu bekommen. Da muss man von außen auch mal etwas Druck rausnehmen“, so Job, dessen Mannschaft sich nie aufgab und am Ende das Resultat etwas positiver gestalten konnte. Dennoch sollte es nochmal dick kommen. Der gute Jens Seithel, mit sieben Toren bester Offenbacher, verletzte sich wenige Sekunden vor dem Ende. „Er hat die letzten Wochen eine tolle Entwicklung genommen und gezeigt, wie wertvoll er ist. Hoffen wir das Beste“, sagte sein Trainer. Am Samstag muss seine Mannschaft zur punktlosen SG Saulheim.
Der TVO: Geiger, Schwarzweller – Seithel (7), Sebastian Mohra (5), Benz (3), Bader (3/1), Philipp Mohra, Bentz (je 2), Michel, Kunz (je 1), Heichel, Dotterweich.
(Dennis Bachmann)

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